Tampondruck

Die Anfänge des Tampondrucks

…liegen im Dunkeln. Zwar nutzte schon Johannes Gutenberg einen mit Stoff und Rosshaar gefüllten lederbezogenen Ballen, französisch „Tampon“, um die Druckerschwärze auf den Lettern zu verteilen, aber im Laufe der Entwicklung geriet er durch die Einführung der Rolleneinfärbung in Vergessenheit. Erst um das Jahr 1900 erinnerten sich Schweizer Uhrmacher an dieses Hilfsmittel. Die Nachfrage nach Taschenuhren war um die Jahrhundertwende rasant gestiegen und die Uhrenmanufakturen hatten Mühe, den Bedarf zu decken. Bis dahin wurden die Zifferblätter jeder einzelnen Uhr nach Entwürfen eines Künstlers handgefertigt. Ein Verfahren, das viel Zeit in Anspruch nahm und die Uhren nur für eine bestimmte Käuferschicht erschwinglich machte.

Declacierverfahren und erste Tampondruck Maschinen

Aus diesem Grund suchten die Uhrmacher nach einem Verfahren, um die Herstellung der Zifferblätter zu beschleunigen. Problematisch hierbei war vor allem die meist gewölbte Form der Zifferblätter, die den Einsatz herkömmlicher Druckverfahren unmöglich machte.

Verschiedene Drucktampons

Die erste Tampondruckmaschine funktionierte nach dem Prinzip einer Stempelmaschine: ein Gelatine Tampon, der sich durch den Stempeldruck gut an unterschiedlich gewölbte Oberflächen anpassen kann, saugt aus den Vertiefungen einer eingefärbten, gravierten Druckplatte die Farbe auf.

Im nächsten Arbeitsschritt wird das Motiv auf das Zifferblatt übertragen. Dieses sogenannte Declacierverfahren markierte den Anfang einer Erfolgsgeschichte des Tampondrucks, der heute weit über die Uhrenindustrie hinaus von Bedeutung ist.

Tampondruck per Hand

Silikontampons und Automatisierung

Einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung der Tampondruckmaschinen brachte das Jahr 1968. Der Graveurmeister Wilfried Philipp suchte nach Lösungen, die relativ kurze Lebensdauer der Tampons zu verbessern, um die häufig nötigen Tamponwechsel und damit Stillstandzeiten der Maschine zu reduzieren. Er stellte fest, dass Silikon bei gleichen Druckeigenschaften die deutlich besseren Materialeigenschaften für die Herstellung von Tampons bietet. Es ist langlebig, passt sich flexibel an jede Form an und überträgt, dank des Silikonöls, nahezu 100 Prozent der Farbe auf das Druckobjekt. Auch der Druckprozess wurde von ihm optimiert und elektrifiziert. Erste Druckmaschinen, angepasst an die verschiedenen Anforderungen, entstanden.

Eine Drucktechnik – Viele Anwendungen

Seitdem sind Tampondruckmaschinen aus vielen Industriebereichen nicht mehr wegzudenken. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo komplex geformte Objekte aus den unterschiedlichsten Materialien bedruckt oder gekennzeichnet werden müssen. Dabei reichen die Anwendungen vom Bedrucken von Computertastauren über Werbemittel und Modelleisenbahnen bis hin zu Autoteilen. Für den Tampondruck stehen heute verschiedene Techniken zur Verfügung, die sich in drei Kategorien unterteilen lassen: Standard Tampondruck, rotativer Tampondruck und rundum Tampondruck. Im Gegensatz zum Standardverfahren mit offenen oder geschlossenen Farbsystemen, wird beim Rotationsdruck die Farbe über walzenförmige Tampons aufgebracht. Dies hat den Vorteil, dass der Druckprozess ungetaktet und dadurch wesentlich schneller ist. Auf diese Weise lassen sich höhere Durchsätze erzielen. Je nach Anforderung können mittels dieser Tampondruck Techniken beinahe alle Anforderungen an das Bedrucken und Kennzeichnen von dreidimensionalen Objekten erfüllt werden.

Sie wollen mehr wissen?

Schreiben Sie uns, was wir für Sie tun können.

Jetzt anfragen